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01.12.2020

gesundheitsfoerderung.ch unterstützt innovative Projekte im Bereich Suizidprävention


Wir freuen uns ausserordentlich, dass der Stiftungsrat der Gesundheitsförderung Schweiz mehrere Projekte rund um Prävention von Suizidversuchen und Suiziden gutgeheissen hat.

Ausgewählte Projekte im Förderbereich III (proaktive Ausschreibung zum Thema Suizidprävention):

Wir lassen Dich nicht allein: Poststationäre Suizidprävention
Hauptantragstellerin: Psychiatriezentrum Münsingen AG
Sitz der Hauptantragstellerin: Kanton Bern
Kontakt: thomas.reisch(at)pzmag.ch
Thema: Psychische Gesundheit
Zusammenfassung: Wir werden WilaDina, ein transdiagnostisches Nachsorgekonzept für stationär behandelte Patienten entwickeln, die Suizidgedanken oder suizidale Handlungen hatten. Im Zentrum von WilaDina steht eine App, die den Patienten durch Notfallkrisenpläne und andere antisuizidal wirksame Therapieelemente unterstützt. Mittels App kann der Patient direkt Kontakt mit privaten und professionellen Helfern aufnehmen. Niedergelassene Therapeuten, Angehörige und die Spitex werden bei Anwendung der App miteinbezogen und geschult. Das Projekt wird in 5 psychiatrischen Kliniken pilotiert und schrittweise weiterentwickelt. Von WilaDina werden Patienten, stationäre Therapeuten, niedergelassen Therapeuten, Psychiatrie-Spitex und die Angehörigen profitieren. Hierdurch werden Suizide und die Suizidsymptomatik in der poststationären Phase sinken. Wir werden die Entgeltung WilaDina-App-bezogener Patientenleistungen mit den Krankenkassen im Rahmen des Projektes verhandeln.

Regional vernetzte Verantwortung zur Reduktion von Suiziden
Hauptantragstellerin: Luzerner Psychiatrie
Sitz der Hauptantragstellerin: Kanton Luzern
Kontakt: michael.durrer(at)lups.ch 
Themen: Psychische Gesundheit, Prävention von Suiziden und Suizidhandlungen, Suizidalität bei psychischen und/oder körperlichen Erkrankungen
Zusammenfassung: Die Reduzierung von Suiziden und (Re)Hospitalisationen soll durch vier zentrale Massnahmen (aus Empfehlungen BAG) in vier Jahren erreicht werden. Das Konsortium setzt diese Massnahmen in Teilprojekten um und bindet die Zielgruppen Betroffene, Angehörige und interprofessionelle Fachleute in die Umsetzung über die gesamte Versorgungskette mit ein. Die visuelle Selbsteinschätzung mit PRISM-S verbessert die offene Verständigung über Suizidalität. Die App-basierte, systematische Anwendung dieser Einschätzungsmethode sichert den reibungslosen Informationsfluss zwischen allen Beteiligten und verhindert Behandlungsredundanzen. Das Selbstmanagement von Betroffenen und Angehörigen fördert der Kurs «Erste-Hilfe-Gespräche bei Suizid», indem sie lernen, Warnzeichen zu erkennen und Betroffene zu unterstützen. Für Betroffene wird ein digitaler Sicherheitsplan entwickelt. Ergebnisse aus dem Gesprächskurs und der Behandlung sind darin abgebildet und zur Abwendung von Krisen ortsunabhängig nutzbar.
  
ASSIP Home Treatment
Hauptantragstellerin: Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitäre Psychiatrische Dienste (UPD) Bern, Poliklinik
Sitz der Hauptantragstellerin: Kanton Bern
Kontakt: anja.gysin(at)upd.unibe.ch 
Themen: Psychische Gesundheit, Suizidprävention , Schnittstelle stationär-ambulant
Zusammenfassung: Das ASSIP Home Treatment Präventionsprojekt soll das Suizidrisiko bei Betroffenen, die gemäss klinischer Untersuchung bei Klinikaustritt als potenziell gefährdet eingeschätzt werden, senken. Dabei sollen betreuende Angehörige und wichtige Gesundheitsfachpersonen mit einbezogen werden. Hierfür soll die in Bern entwickelte Kurzintervention namens Attempted Suicide Short Intervention Program (ASSIP) für schwer erreichbare Patienten mobil gemacht werden. Die Kurzintervention beinhaltet drei Sitzungen mit einem anhaltenden Briefangebot (www.assip.ch/assip-in-a-nutshell.shtml) und soll neu beim Patienten zu Hause durchführt werden. Wir konnten zeigen, dass ASSIP sowohl das Risiko für weitere suizidale Handlungen um 80% reduziert, wie auch Rehospitalisationen vermindert und gleichzeitig 96% kosteneffektiver als die reguläre Behandlung ist (www.assip.ch/main-publications.shtml). Durch seine klare Struktur und Umsetzbarkeit ist eine schnelle und hohe Realisierbarkeit zu erwarten.
 
Prävention von Suizidversuchen und Suiziden bei Adoleszenten
Hauptantragstellerin: Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
Sitz der Hauptantragstellerin: Kanton Zürich
Kontakt: gregor.berger(at)puk.zh.ch 
Themen: Psychische Gesundheit, Suizidalität
Zusammenfassung: Ein altersspezifisches Präventionsprogramm AdoASSIP soll das Wiederholungsrisiko von Suizidversuchen und Suiziden bei Adoleszenten nach stationärer oder akutpsychiatrischer Betreuung wegen eines Suizidversuches reduzieren. Das gut etablierte und als wirksam evaluierte ASSIP für Erwachsene wird in diesem Projekt erstmals systematisch auf Adoleszente angepasst. AdoASSIP beinhaltet vier Interventionssitzungen. Der Betroffene schildert wie er in den Suizidmodus geriet. Eine Videoaufzeichnung davon wird mit dem Betroffenen analysiert um zu verstehen, wie es zur suizidalen Handlung kam. Bewältigungsstrategien werden gemeinsam erarbeitet und in einem Notfallplan festgehalten. Diese helfen bei zukünftigen Krisen erneute suizidale Handlungen zu vermeiden. Mit der Familie wird der Suizidmodus und der Notfallplan besprochen. Der Notfallplan wird auf Wunsch den weiterbehandelnden Therapeuten zur Verfügung gestellt. AdoASSIP wird in 11 Kantonen (ZH, BE, BL, BS, GE, LU, NW, OW, SG, TG, VD) etabliert.


Ausgewählte Projekte im Förderbereich IV (Verbreitung bestehender Angebote):

Diffusion de la méthode ASSIP en Suisse romande
Hauptantragsteller: Département de psychiatrie générale et liaison, Centre Neuchâtelois de Psychiatrie
Sitz des Hauptantragstellers: Kanton Neuenburg
Kontakt: Stephane.Saillant(at)cnp.ch 
Thema: Psychische Gesundheit
Zusammenfassung: L’ASSIP (Attempted Suicide Short Intervention Program) est une méthode d'intervention brève pour des personnes ayant fait une tentative de suicide. Conduite dans la phase de transition entre l'hôpital (psychiatrique ou somatique) et l'ambulatoire, elle permet une diminution importante des taux de récidives et a un impact favorable sur le plan économique via la baisse des hospitalisations subséquentes. Elle est déjà pratiquée en Suisse alémanique et le projet doit permettre son implantation en Suisse romande, via la formation d’intervenant-e-s en santé mentale (psychiatres, psychologues et infimier-ère-s) pour pratiquer l’intervention et la diffuser en tant que formateur-trices. Les personnes cibles sont celles ayant fait une tentative de suicide et prises en charge par les urgences psychiatriques et les unités hospitalières aiguës. L'objectif à trois ans est que les populations concernées (VD-NE-GE ; plus de 18 ans) puissent bénéficier de cette méthode après une tentative de suicide.

Quelle: https://gesundheitsfoerderung.ch/pgv/aktuelle-foerderrunde/ausgewaehlte-projekte.html


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